Poncho - Boys

(oder ein dunkles Kapitel in meinem Leben)

das erste Band Foto

Im Jahre 1998 entschloss ich mich, das Gitarre spielen zu lernen und kaufte von einem damaligen Freund seine 50,-- DM Klampfe ab. Ich schraddelte also darauf ein bisschen rum und merkte, das es nach einiger Zeit immer besser ging. Mein ehemaliger Arbeitskollege Gerhard (im weiteren Verlauf auch Schorschi genannt) hatte vor Urzeiten mal Unterricht gehabt und brachte mir ein bisschen was bei. Als meine Mutter an Ihrem 60ten Geburtstag ein Ständchen wollte, bekam ich grad mit Mühe und Not das Happy-Birthday zusammen. Da es mir aber Spaß machte und Schorschi sein ehemaliges Hobby auch wieder neu entdeckte, übten wir gemeinsam ab und zu weiter. Es folgten auch einige kleine Auftritte in der Pilsbar "Alte Schmiede" (wenn sie schon geschlossen war, vorher haben wir uns nicht getraut). An Weihnachten mussten wir einige Lieder zum besten geben und an Astriths Geburtstag lieferten wir auch eine kleine Einlage ab. Nun musste natürlich ein Name für uns her. Aus unserem USA-Trip hatten wir uns Ponchos mitgebracht und somit hießen wir ab sofort "Poncho-Boys" (Anmerkung: das "boys" war damals total in Mode aufgrund der ganzen Boybands)

Weihnachten in der "Alten Schmiede"

 

Bei diesen Auftritten hörten uns auch Michi, Marco + Tanja. Sie waren so begeistert von uns, dass Michi uns für seinen Geburtstag und Marco + Tanja uns als Einlage für Ihre Hochzeit wollten. Wir waren so begeistert, das wir uns schon Groß im Musikbusiness abräumen sahen

ferrari limo

 

und das wir natürlich auch für Hollywood entdeckt werden.

  David Hasselhoff  Elke Jeinsen (Erdbeere aus Tutti Frutti)  Kelly Taylor

Es stellte sich mit Sven auch ein weiterer Poncho ein. Er hatte einen Drum-Computer und begleitete uns von nun an.  Unser neues Motto lautete "Band für alle Altersgruppen (Sven: für die Teenies und Twens, Gerhard für die über 40 und ich für die Twens und 30`er).  Eigentlich spielt Sven ja Gitarre, aber für uns hat er sich ans Schlagzeug gewagt. Näheres über Ihn erfahrt Ihr unter www.trenchcoat-liveband.de und www.flgm.de.

 

Auf Michis Geburtstagsfete hatten wohl wir drei den meisten Spaß an der Sache. Wir kamen uns richtig toll vor.  Kann auch daran liegen, das uns alles egal war. Ich erinner mich nur daran, das ich bei dem Lied "Let it be" von den "Beatles"  den Text nicht mehr lesen konnte und das auch bei Abbruch des Liedes übers Micro mitgeteilt habe. Diesen Tag werd ich nie vergessen. Nach der Party saßen wir noch bis in die frühen Morgenstunden bei Sven und haben uns köstlich über das Publikum amüsiert. 

Michi´s Geburtstagsparty

Nun musste natürlich auch ein richtiges Equipment her. Also besorgten wir uns Mischpult, Box und Micros. Mir tun jetzt immer noch meine Nachbarn leid, weil die unsere Proben für die Hochzeit mitmachen mussten. Dies ging stellenweise bis 4 Uhr in der früh. Aber wer berühmt werden will, muss hart arbeiten. Die Proben waren jedenfalls sehr kultig. Desöfteren kamen Svens Mutter und seine Cousine vorbei um uns zuzuhören. Stellenweise konnten wir nicht mehr vor lachen, wenn wir die zwei anschauen mussten, wie sie wie die zwei Alten aus der Muppet-Show auf meiner Couch saßen und mitschunkelten. Das war ein Bild für Götter.

Nun war es soweit, die Hochzeit war da. Als wir den richtigen Musiker hörten, dachten wir schon, das wir gewonnen haben. In Hochstimmung bereiteten wir uns also auf unseren Auftritt vor. Unser Bühnenaufbau war sehr professionell, leider war es auch das einzige. Selbst der engagierte Musiker war wohl begeistert, denn er meinte" Große Dinge werfen Ihre Schatten voraus". Wär's nur so gewesen, war aber nicht so.  Irgendwie hätten wir vorher einen Soundcheck machen sollen. Es muss furchtbar geklungen haben. Tanja bat uns dann auf die höfliche Art aufzuhören. Jetzt wurde Schorschi irgendwie böse. Jedenfalls versuchte ich ihn irgendwie zu beruhigen. Dies ist mir auch ganz gut gelungen. Kurz vor Ende der Feierlichkeit stand er jedenfalls schon wieder mit dem richtigen Musiker am Micro und hat Mendocino geschmettert. Über den weiteren Verlauf des Abends hülle ich den Mantel des Schweigens, denn was wir da noch alles angestellt haben, das braucht außer uns dreien keiner wissen. Ich sag nur soviel, wir führten uns auf wie richtige Rocker. Wir übernachteten bei einer Freundin von Tanja und die Schnapsbar ihrer Eltern war danach etwas leerer aber das war noch das harmloseste.

Wer nun aber denkt, wir hatten aufgegeben, weit gefehlt. Auf unseren Geburtstagen mussten die Gäste natürlich auch unsere Sangesqualitäten ertragen.

Schwupp di wupp, hatten wir auch schon wieder einen neuen Auftritt. Eine Ex- Kollegin von Schorschi und mir feierte Polterabend und wer spielte da??? Natürlich die Ponchos. An diesem Abend waren wir wirklich richtig gut. Alles hat prima geklappt und unsere Brust war zum platzen geschwellt.

Aufritt bei Angie

 

Natürlich mussten wir den Erfolg auch gebührend feiern und sind noch in die "Alte Schmiede" nach Fischbach. An diesem Tag nahm das Ende dann seinen Anfang. Durch Zufall fragte uns Uteli (die Pächterin) ob wir nicht jemanden kennen, der Live-Musik macht. Bingo.... natürlich wir!!!! Wir wollten selbstverständlich nicht, das sie die Katze im Sack kauft und spielten eine Woche später bei ihr vor. Anscheinend waren wir da wohl auch einigermaßen gut, da sie uns für 2 Wochen später einen Auftritt verschaffte.

 

Nun nahm das Chaos aber seinen Lauf. Als erstes hatte Sven keinen Bock mehr mit uns zu spielen und dann mussten Schorschi und ich natürlich noch ein Repertoire auf die Beine stellen um in einer Kneipe auftreten zu können. Dies erforderte tägliche Proben. Dadurch gingen wir beide uns dann wohl ziemlich auf die Nerven. Jedenfalls gifteten wir uns immer mehr an und es fielen Sätze wie: "Wenn Du nicht Sloop John B singen willst, dann spiel ich auch nicht Ein Bett im Kornfeld". Irgendwie schafften wir es aber trotzdem die Zeit ohne Schlägereien hinter uns zu bringen. An unserem großen Tag war die Kneipe auch gerammelt voll. Wir hatten so ziemlich jedem Bescheid gegeben, das um Erscheinen gebeten wird. Natürlich war die Aufregung verdammt groß. Unser erstes Lied war auch ein Fiasko. Die Gitarre war nicht eingestöpselt und wir sangen das erste Lied A-capella. Die Tonlagen trafen wir auch bei manchen Lieder (verdammt schwierig, wenn 3 Personen einen übertönen als Zuschauer) nicht so richtig und irgendwann war dann Schorschis Gitarre beim Solo total verstimmt. Es klang jedenfalls furchtbar. Es wurde auch zusehends immer leerer. Da kam Schorschi plötzlich auf die Idee, ein Schlager-Medley zu spielen um wieder Stimmung reinzubringen.  Wir machen ne Pause und gehen vor die Tür und proben bei der "Weber (Insider kennen die)" das Medley. hat aber nichts genützt .Aber im Endeffekt haben wir so ca. 3 Stunden durchgehalten, bis wir selber keine Lust mehr hatten. Weil jeder von uns beiden die Schuld auf den anderen geschoben hat, sprachen wir auch ca. 2 Monate kein Wort mehr miteinander und betrachteten uns gegenseitig als Luft. Irgendwann hat dann doch die Vernunft gesiegt und wir haben uns ausgesprochen. Jedenfalls war dies das Ende der Poncho-Boys, die aber trotzdem an diesem Tag ihren größten Fan bekamen. Unser Jörg "Jacko" R. bekommt heut noch große Augen und strahlt über das ganze Gesicht wenn wir mal zum trällern anfangen. Dann verkündet er stolz jedem, das wir die berühmten Ponchos sind. (so Jörg... das hast nun von deinen Sticheleien *g*)

Im August 2003 nahmen wir für unsere Ute und ihre Mannschaft  ein Abschiedslied auf CD auf, als sie die Alte Schmiede aufgab.

Jörg hatte sich gewünscht, das an seinem 40´ten Geburtstag die Ponchos spielen sollen. Dummerweise haben wir ihm das versprochen. Was macht man nicht alles für seine Fans ;-). Also kam es im September 2005 zu einer kleinen Re-union. Wir dachten ja erst, das die Feier im Familienkreis gehalten wird, aber einen Tag zuvor rief ich seine Schwester an und da erfuhr ich, das so 30-40 Leute kommen würden. Da entglitten uns erstmals die Gesichtszüge. Vor allem waren wir ja total außer Übung. Gott sei Dank verlangte Jörg nicht, das wir unsere Anlage mitbringen sollen. Also haben wir nur unsere Klampfen eingepackt und machten das ganze unplugged.  Auf der Feier angekommen, warteten wir erstmals ab, bis der Alkoholspiegel der Gäste etwas anstieg. Allerdings konnten wir nicht so lange warten, wie wir wollten. Jörg  kündigte also an, das er keine kosten und mühen gescheut hat und sogar Live-Musik engagiert hat. Nun blieb uns nichts anderes übrig als das wir unsere Klampfen schnappen und loslegten. Wir spielten also nur Lieder, die alle kannten, damit kräftig mitgesungen wurde. Dies klappte auch vorzüglich. Ein Dank nochmal an alle Fischbacher, Altenfurter und Moorenbrunner Fussballer, die Lautstärke fegte uns quasi an die Wand . Wobei da einige wohl selbst bei Maria und Margot Hellwig mitgesungen hätten, bzw. das berühmte SSSAAA..... SSSAA.... SSSAAA (nur für Insider) intonierten.  Jedenfalls hörte ich von Schorschi überhaupt nix und er auch nichts von mir.  Bei manchen Liedern hatte ich die Akkorde nicht , oder Schorschi spielte sie in einer anderen Tonlage, also mußte ich mich ihm anpassen und  mir die Griffe von ihm abschauen. Nun war aber erstmals Pause angesagt. Wir hofften zwar, das wir nicht mehr spielen brauchten, aber da haben wir uns getäuscht. Nach ca. 2 Stunden wurden Schorschi und ich zunehmend angesprochen, ob wir nicht nochmal spielen wollten. Also holten wir nochmal unsere Klampfen. Als ich mit der Gitarre in die Garage kam, entbrannte tosender Beifall. Da die stimmgewaltigsten Gäste gegangen waren, konnte ich jetzt auch Schorschi singen und spielen hören. Allerdings wussten wir jetzt fast nicht mehr, was wir spielen sollten. Unser Schmieden-Abschiedslied  war nun also Pflicht. Allerdings hatte ich beim letzten Refrain einen totalen Aussetzer und bin auf einmal mittendrin in den Originaltext gerutscht. Hat aber wohl keiner gemerkt. Nun kam "Let it be" von den Beatles. Ich hatte nur einen sehr klein gedruckten Text und musste mich also setzten um den lesen zu können. Das ging am Anfang noch ganz gut. Schorschi  konnte den Text auch nicht so gut lesen und ich merkte plötzlich, das er stellenweise was ganz anderes sang als ich. Dazu kam noch Ute, die mir immer ins linke Ohr reingebabbelt hat. Also kam ich total durcheinander und hab den Faden verloren.  Jetzt war es aber endlich geschafft, wir konnten aufhören und unsere Klampfen verstauen. Natürlich wurden wir für unseren Auftritt gelobt. Allerdings, das wurden wir damals in der Schmiede auch, darum geb ich jetzt da nicht soviel drauf. Jörg machte als unser größter Fan auch wieder Geschichte. Als wir gingen, haben wir ihm noch eine CD von uns geschenkt mit allen Liedern, die ich noch auf  Kassetten  fand. Man merkte ihm richtig an, das er sich darüber freute und er meinte, das wir halt doch ne Party-Band sind.
Als Schlussfazit kann ich nur sagen, es hat richtig Spaß gemacht, mal wieder ein bisschen zu spielen. Solange es nicht so ausartet wie damals, kann man damit  leben.

Unter der Rubrik "Downloads" könnt Ihr euch unsere Sangeskünste anhören